Neu in der DFI-Bibliothek: Piktos und Icons satt!





Piktogramme und Ions – Pflicht oder Kür?
von Ryan Abdullah und Roger Hübner

Über dieses Buch »Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen Menschen.«
Elias Canetti

Je weiter die Globalisierung der Welt voranschreitet, desto wichtiger wird in jedem Corporate Design, für jedes größere Unternehmen oder Event eine Kommunikation ohne Sprachgrenzen, eine Kommunikation mit eindeutigen, einfachen, aber unverwechselbaren Zeichen, mit Piktogrammen. Je wichtiger die Rolle von Piktogrammen, desto mehr Verantwortung übernehmen Designer, die eine solche Zeichensprache entwerfen. Zwischen Eindeutigkeit und Einfachheit, Ästhetik und Corporate Design sowie in Abgrenzung von bereits bestehenden Zeichensystemen gilt es, reduzierte Formen zu finden, die einfach, aber nicht banal sind. Nicht leicht. Deshalb wurde Piktogramme und Icons sehnsüchtig erwartet, freudig begrüßt und denen weiter empfohlen, die davon träumen, die Piktogramme für Olympia in Peking zu entwerfen, Fluchtwege und andere Orientierungssysteme planen oder »nur« unverwechselbare Toiletten-, Nichtraucher- oder Mülltrennungshinweise gestalten …
Außerdem integrieren die Autoren Icons, die Bildzeichen im Internet; und Beitragsautor Jochen Gros stellt eine Icon-Sprache mit visueller Grammatik und Regeln der Wortbildung vor.

Die Autoren
Rayan Abdullah studierte visuelle Kommunikation und Kulturpädagogik in Berlin, entwickelte und begleitete mehrere große Corporate-Design-Projekte, darunter die Berliner Verkehrsbetriebe, die Bundesregierung sowie den neuen Bundesadler, Volkswagen und Bugatti. Von 1993 bis 1999 unterrichtete er am »Lette Verein Berlin«, seit 2001 ist er Professor für Typografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und Geschäftsführer der Firma Markenbau in Schönwalde und Leipzig. Zu seinen Auftraggebern zählen u.a. der Bundesrat, die Deutsche Bahn, der Landkreis Lindau, Leipzig Fernsehen und die Landesbank Sachsen. > www.rayan.de
Der Grafik Designer Roger Hübner unterrichtet seit 1998 die Bereiche Visuelle Kommunikation, Design und Projektmanagement als Fachbereichsleiter an der Mediadesign Hochschule Berlin.

Mein Kommentar Jetzt, im Jahr der Olympischen Spiele in London ist dieses 2005 erschienene, wertvolle, auf 135g/qm LuxoCream gedruckte Buch deshalb von großer Aktualität, weil u.a. die Sport-Piktogramme aller Olympischen Sommerspiele seit 1936 detailliert dokumentiert sind und ein ganzes Kapitel bilden. Besonders spannend daran ist, dass die Zeichenserien seit 1972 (remember Otl Aichers wegbereitendes Zeichenwerk, für welche Montreal 4 Jahre später die erneuten Nutzungsrechte erwarb) nicht wirklich besser wurden! (2. Abb. von oben: Piktogramm-Serie der Olympiade in Moskau 1980) Der Rest ist gut aufbereitete Designgeschichte und viel Wissenswertes zur heutigen Anwendung von Zeichensystemen. Ganz im Sinne des Pioniers Otl Aicher: »Das Piktogramm muss Zeichencharakter haben und sollte keine Illustration sein«. Ein wichtiges Buch für Vereinfacher!
Fazit ***** (5 von 5 Sternen)

Dieses Buch liegt ab Ende Januar 2012 in der DFI-Bibliothek vor!
Piktogramme und Ions – Pflicht oder Kür?

244 Seiten mit weit über 2000 Abbildungen,

Format: 210 x 297 mm

Festeinband mit Poster-Schutzumschlag zum Wenden
2005 im Verlag Schmidt in Mainz erschienen (68,00 Euro)
> www.typografie.de

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Mein Foto
Seit 1995 Dozent für Kommunikationdesign an der Design Factory International in Hamburg, seit April 2008 im Kurs »Angewandte Gestaltung« am Start. Im Wintersemester 09/10 Abschluss-Coach. Kurzvita: Von 1985 bis 1990 Studium an der Muthesiusschule Kiel, Diplom. Danach als Art Director bei der Designgruppe Transparent, Kiel (später Fluxx.com) und der Schaffhausen Communication Group. Von 1994 bis 2000 freiberuflicher Gestalter mit Sitz in Hamburg. Seit 2000 fest in der Bauer Media Group, Hamburg tätig. (Foto: Mia Gerlach, 2010)